Revenue Management · Preise · Hotels

Revenue Management für Hotels: Preisstrategie & mehr Ertrag

Revenue Management heißt: das richtige Zimmer zum richtigen Zeitpunkt zum richtigen Preis an den richtigen Gast verkaufen. Wer Preise dynamisch statt starr steuert, holt aus derselben Zimmerzahl deutlich mehr Ertrag heraus. Diese Anleitung erklärt die wichtigsten Kennzahlen, die Logik dynamischer Preise, Segmentierung, Forecasting und passende Tools – verständlich für Hoteliers.

Revenue Manager steuert zufrieden die Zimmerpreise eines Hotels

Was ist Revenue Management?

Revenue Management (auch Yield Management) ist die datenbasierte Steuerung von Preisen und Verfügbarkeit mit dem Ziel, den Gesamtertrag zu maximieren. Statt das ganze Jahr denselben Zimmerpreis zu verlangen, passen Sie ihn an Nachfrage, Wochentag, Saison, Events und Buchungsvorlauf an – wie es Airlines seit Jahrzehnten tun.

Die wichtigsten Kennzahlen

  • Auslastung (Occupancy): Anteil belegter Zimmer
  • ADR (Average Daily Rate): durchschnittlicher Zimmerpreis
  • RevPAR (Revenue per Available Room): Umsatz pro verfügbarem Zimmer = ADR × Auslastung – die zentrale Steuerungsgröße
  • TRevPAR: Gesamtumsatz pro Zimmer inkl. Nebenumsätze (F&B, Spa, Upsells)
  • GOPPAR: Bruttobetriebsgewinn pro Zimmer – berücksichtigt auch Kosten
Merksatz Nicht die höchste Auslastung ist das Ziel, sondern der höchste RevPAR. Ein volles Haus zu Dumpingpreisen ist weniger wert als ein gut ausgelastetes Haus zu klugen Preisen.
Dynamische Preisgestaltung nach Nachfrage

1. Dynamische Preise statt Festpreise

Der Kern des Revenue Managements ist die dynamische Preisanpassung nach Nachfrage:

  • Hohe Nachfrage (Events, Ferien, Messen) → Preise anheben
  • Schwache Nachfrage → Preise senken oder mit Angeboten füllen
  • Buchungsvorlauf: frühe Buchungen günstiger, kurzfristige teurer (oder umgekehrt, je nach Muster)
  • Wochentage: Business-Hotels stark unter der Woche, Ferienhotels am Wochenende

2. Segmentierung & Nachfrage

Nicht jeder Gast ist gleich preissensibel. Segmentieren Sie nach:

  • Reisezweck: Business vs. Freizeit
  • Buchungskanal: Direkt, OTA, Firmenkunden, Gruppen
  • Vorlauf & Aufenthaltsdauer
  • Herkunftsmärkte

So können Sie z. B. Direktbucher gezielt mit besseren Konditionen ansprechen (siehe Direktbuchungen steigern) und teure OTA-Kontingente in Hochphasen reduzieren.

Forecasting und Datenanalyse im Hotel

3. Forecasting & Datenbasis

Gute Preisentscheidungen beruhen auf Prognosen. Nutzen Sie:

  • Historische Daten: Vorjahre, gleiche Wochentage, Saisonmuster
  • Pace / Buchungsverlauf: Wie schnell füllt sich ein Datum im Vergleich zum Vorjahr?
  • Marktdaten: Events, Feiertage, Messen, Wettbewerbspreise
  • Pickup: kurzfristige Buchungsentwicklung beobachten und nachsteuern

4. Restriktionen & Length of Stay

Preis ist nicht das einzige Instrument. Über Restriktionen steuern Sie die Belegung:

  • Minimum Length of Stay (MinLOS): Mindestaufenthalt an nachfragestarken Terminen
  • Closed to Arrival (CTA): keine Anreise an bestimmten Tagen, um Lücken zu vermeiden
  • Stornobedingungen & Ratentypen: flexibel (teurer) vs. nicht erstattbar (günstiger)

5. Kanäle & Preisverteilung

  • Channel Manager: verteilt Preise und Verfügbarkeiten in Echtzeit auf alle Kanäle
  • Direktvorteil: beste Konditionen auf der eigenen Website (kartellrechtlich zulässig in DE)
  • OTA-Steuerung: Kontingente je nach Nachfrage öffnen/schließen
  • Booking.com-Ranking im Blick behalten (siehe Booking.com optimieren)
Hotelier steuert Preise mit einem Revenue-Management-System

6. Tools & Automatisierung

Ab einer gewissen Größe lohnt sich ein Revenue Management System (RMS), das Preise datenbasiert empfiehlt oder automatisch setzt:

  • RMS: z. B. IDeaS, Duetto, RoomPriceGenie, Atomize, Lighthouse (ehem. OTA Insight)
  • PMS & Channel Manager als Datenbasis und Verteilkanal
  • Rate Shopping: Wettbewerbspreise automatisch beobachten
  • KI-Unterstützung: Prognose & Preisempfehlung (siehe KI für Hotels)

Kleinere Häuser starten oft mit einem einfachen Tool wie RoomPriceGenie; größere setzen auf umfassende RMS-Lösungen.

Checkliste

  • RevPAR als zentrale Steuerungsgröße etabliert
  • Dynamische Preise nach Nachfrage, Wochentag & Saison
  • Gäste- und Kanal-Segmentierung definiert
  • Forecasting auf Basis von History & Pace
  • Restriktionen (MinLOS/CTA) gezielt eingesetzt
  • Channel Manager sauber angebunden, Direktvorteil gesetzt
  • Passendes RMS/Tool im Einsatz
  • Nebenumsätze via Upselling mitgedacht (TRevPAR)

Revenue Management ist der Hebel, um aus vorhandenen Zimmern mehr Ertrag zu holen – ohne Mehrkosten. In Verbindung mit starken Direktbuchungen und gezieltem Upselling maximieren Sie den Wert jeder Buchung. Den strategischen Rahmen liefert unser Guide zum Hotelmarketing.

Revenue Management für Hotels

Mehr Ertrag pro Zimmer?

Wir unterstützen Sie bei Preisstrategie, Tool-Auswahl und Kanalsteuerung – für einen höheren RevPAR. Kostenlos und unverbindlich beraten lassen.

Kostenlose Beratung anfragen